Übersicht
  1. Was sind Dendritische Zellen und wozu nutzen sie?
  2. Welche Karzinome können mit Dendritischen Zellen behandelt werden?
  3. In welchem Krebsstadium sollte ein Patient die Behandlung mit Dendritischen Zellen in Erwägung ziehen?
  4. Können Leukämien und Lymphome mit Dendritischen Zellen behandelt werden?
  5. Können Tumore bei Kindern mit Dendritischen Zellen behandelt werden?
  6. Können Hirntumore mit Dendritischen Zellen behandelt werden?
  7. Ist für eine Behandlung mit Dendritischen Zellen frisches oder gefrorenes Tumorgewebe von dem Patienten notwendig?
  8. Wie erfolgreich ist die Therapie mit Dendritischen Zellen bei der Behandlung von Krebs?
  9. Werden Medikamente oder Nährungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Behandlung mit Dendritischen Zellen empfohlen?
  10. Ist die Behandlung mit Dendritischen Zellen sicher?
  11. Gibt es Kontraindikationen für die Behandlung mit Dendritischen Zellen?
  12. Gibt es Studien zur Behandlung mit Dendritischen Zellen, an denen ich teilnehmen kann?
  13. Ist die Behandlung mit Dendritischen Zellen teuer?

Was sind Dendritische Zellen und wozu nutzen sie?
Die Dendritischen Zellen gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Man findet sie in geringer Zahl im Blut. Somit liegen sie in fast allen Geweben des Organismus auf der Lauer nach fremden oder gefährlichen Zellen wie Erregern, Antigenen oder Allergenen, aber auch veränderten Körperzellen und damit auch Tumorzellen. Die DCs binden die fremden Bestandteile an ihrer Oberfläche, nehmen sie auf und transportieren sie dann in die Lymphknoten oder in die Milz. Dort lösen sie die eigentliche Immunreaktion aus, die dazu führt, dass Lymphozyten und Antikörper in den Blutkreislauf freigesetzt werden, sich damit über den ganzen Körper verteilen und dort ihre Abwehrfunktion ausführen.

Welche Karzinome können mit Dendritischen Zellen behandelt werden?
Theoretisch können alle Krebsarten mit DCs behandelt werden. Einige Tumore wie das Melanom oder Nierenzellkarzinom sprechen am besten auf eine solche Behandlung an. Wissenschaftlich konnte ein therapeutischer Nutzen bei folgenden Karzinomen bereits nachgewiesen werden: B Zell Lymphom, Myelom, Malanom, Prostatakarzinom, Dickdarmkarzinom, Ovarialkarzinom, Brustkrebs, Nierenkrebs, Hirntumore - um nur die wichtigsten zu nennen.

In welchem Krebsstadium sollte ein Patient die Behandlung mit Dendritischen Zellen in Erwägung ziehen?
Ein Behandlung mit Dendritischen Zellen sollte erst nach Ausschöpfung aller schulmedizinischen Optionen in Erwägung gezogen werden oder bei einer stabilen Erkrankung nach Abschluss von Chemo- und/oder Strahlentherapie. Auch im krankheitsfreien Intervall ist bei Hochrisikoerkrankungen eine Behandlung mit Dendritischen Zellen empfehlenswert, um das Risiko für ein Rezidiv zu verringern. Der Patient sollte sich professionellen Rat für seine spezifische Krebserkrankung einholen und sorgfältig abwägen welche Therapie für ihn in seiner Situation die Beste ist.

Können Leukämien und Lymphome mit Dendritischen Zellen behandelt werden?
Diese Krebsarten werden zurzeit wissenschaftlich erforscht, es gibt jedoch erste Hinweise, dass auch hier die Dendritischen Zellen helfen können.

Können Tumore bei Kindern mit Dendritischen Zellen Behandelt werden?
Ja, es gibt zahlreiche Veröffentlichungen zu diesem Thema. Eine sorgfältige Abwägung aller Therapieoptionen zusammen mit onkologischen Spezialisten wird dringend geraten.

Können Hirntumore mit Dendritischen Zellen behandelt werden?
Ja, zurzeit laufen zahlreiche Studien zu diesem Thema. Eine sorgfältige Abwägung aller Therapieoptionen zusammen mit onkologischen Spezialisten wird dringend geraten.

Ist für eine Behandlung mit Dendritischen Zellen frisches oder gefrorenes Tumorgewebe von dem Patienten notwendig?
Nicht immer, für manche Therapieansätze sind Tumorgewebe oder Tumorantigen repräsentierende Substanzen notwendig, vor allem in der adjuvanten Situation. In solchen Fällen ist es möglich, dass die zirkulierenden Dendritischen Zellen nicht genügend Antigen aufgenommen haben, um es zu präsentieren. Bei Patienten mit fortgeschrittenen oder metastasierten Krebserkrankungen ist es häufig möglich, nicht „beladende“ Dendritische Zellen zu injizieren. Diese „nackten“ Dendritischen Zellen werden intratumoral, intravenös oder intracutan gegeben wo sie dann das Antigen in vivo aufnehmen. Eine Studie mit diesem Ansatz zur Behandlung von Pancreas- und Gallenblasenkarzinomen wurde auf dem ASCO 2004 vorgestellt.

Wie erfolgreich ist die Therapie mit Dendritischen Zellen bei der Behandlung von Krebs?
Erfolge werden im allgemeinen mit 20 % angegeben bei austherapierten oder unheilbar erkrankten Patienten. Ein größerer Prozentsatz an Patienten erlebt keine Remission, jedoch einen Stillstand der Erkrankung. Wer ernsthaft an einer Therapie mit Dendritischen Zellen interessiert ist, sollte entsprechende Studien analysieren und einen in dieser Therapieform geschulten Arzt aufsuchen, und sich das Für und Wider einer solchen Therapie erklären lassen.

Werden Medikamente oder Nährungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Behandlung mit Dendritischen Zellen empfohlen?
Immunmodulatoren werden verwandt, um das Immunsystem zu stimulieren während der Behandlung mit Dendritischen Zellen. Solche Substanzen können Zytokine sein wie IL-2, GM-CSF, Interferon aber auch Medikamente wie Ribavirin, Thalidomid, niedrig dosiertes Cyclophosphamid. Auch Substanzen wie Hemocyanin (KLH), new castle desease virus (ndv), Montanide ISA-51 kommen zum Einsatz. Zur Immunstimulation werden auch zusätzlich Ozontherapie sowie Ganzkörper- als auch lokale Plattenhyperthermie erfolgreich eingesetzt. Diese Zusatztherapien werden sorgfältig vom behandelnden Arzt ausgewählt und sollten ebenso wie frei auf dem Markt erhältliche Immunstimulantien auf keinen Fall ohne Rücksprache mit ihm eingesetzt werden.

Ist die Behandlung mit Dendritischen Zellen sicher?
Zahlreiche Phase I, II und einige Phase III Studien sind bereits abgeschlossen. Durch diese Studien konnte bewiesen werden, dass die Therapie mit Dendritischen Zellen sehr sicher ist.

Gibt es Kontraindikationen für die Behandlung mit Dendritischen Zellen?
Gerade erst durchgeführte Chemo- und/oder Strahlentherapie mit einer erheblichen Schwächung des Immunsystems kann eine relative Kontraindikation sein. Immunologische Tests können den behandelnden Arzt über den Zustand des Immunsystems informieren, um abzuwägen, ob der Patient ein geeigneter Kandidat für eine Behandlung mit Dendritischen Zellen ist. Zeitnah durchgeführte Bluttransfusionen als auch aktive Immunerkrankungen und Schwangerschaften sind ebenfalls mögliche Kontraindikationen. Vor einer Behandlung mit Dendritischen Zellen sollten die Kontraindikationen mit dem behandelnden Arzt sorgfältig erörtert werden.

Gibt es Studien zur Behandlung mit Dendritischen Zellen, an denen ich teilnehmen kann?
Es gibt weltweit zahlreiche Studien die eventuell für sie in Frage kommen, insbesondere für Melanome, Nierenzellkarzinome oder andere solide Tumore. Zur Abklärung, ob sie in eines der Studienprotokolle passen, wenden sie sich bitte an die entsprechenden Zentren.

Ist die Behandlung mit Dendritischen Zellen teuer?
Wird man in eine klinische Studie eingeschlossen, so sind die Behandlungskosten meistens frei. Unterzieht man sich einer Privaten Behandlung, so sind die Kosten vergleichbar mit anderen Krebsbehandlungsformen wie Chemotherapie oder Antikörpertherapie. Je nach Zentrum liegen die Kosten für einen Therapiezyklus bei etwa 20 Tds. Euro. In Deutschland werden die Kosten von einigen privaten Krankenkassen und Beihilfestellen mittlerweile übernommen. Durch mehrere Gerichtsurteile deutscher Gerichte sollte mittlerweile eine Kostenübernahme der Versicherungen (auch der gesetzlichen Versicherungen) in den meisten Fällen selbstverständlich sein!

   
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